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Die weiße Stadt 15.02.2010 11:28
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Es war im Dezember 2009 in dem sich ein Winter ankündigte, den wir schon so lange nicht mehr kannten. ( Zuletzt 1978/79). Von vielen schon seit Jahren so innig ersehnt,
am heiligen Abend Schnee.
In diesem Jahr genau 2 Tage vorm heiligen Abend schüttelte Frau Holle ihre Betten kräftig aus. Der Wettlauf mit der Temperatur ist somit eröffnet. Wird er sich halten bis zum 24.?
Die Kinder hier zu Lande, aus Erfahrung wissen, das jede einzelne Schneeflocke sofort genossen werden muss, solange sie eben vorhanden ist. Also Kellerschlüssel holen und im Keller nach dem Schlitten buddeln gehen. Ja, trotz wenig Schnee in unseren vergangenen Wintern, sind bei uns die meisten Hamburger gut ausgerüstet für den Fall der Fälle.
Es gibt verborgen in den Ecken auf Böden und in Kellern alle Arten von Schlitten, Schlittschuhen, Schneeschiebern, Skiern und gar Skibekleidung, nur so viel Geduld erfordert, das Warten auf den Einsatz.
Wir hatten Glück die weiße Pracht hat sich gehalten, so das es an diesem Heiligabend draußen tatsächlich etwas weiß und somit winterlich und vor allem weihnachtlich ausschaute.
Doch in diesem Jahr sollten wir erfahren was ein wirklicher Winter bedeutet. Wir sollten erfahren wie viele verschiedene Arten von Schnee es gibt und wie sich ein richtiger Winter anfühlt.
Sobald die ersten Schneeflocken fallen, kommen sie die Erinnerungen an die eigene Kinderzeit. Hei, wie haben wir es einst genossen zu rodeln nach der Schule, bis es dunkel wurde und wir uns richtig von herzen ausgetobt hatten auf den kleinen Hügeln. Wir waren nicht zu müde unsere Schlitten immer und immer wieder herauf zu ziehen auf den kleinen Hang, da wir einfach wussten, wie viel Spaß es doch bereitet, auf dem Schlitten oder was sonst so rutschte, hinunter zu sausen. Dann gingen wir nach Hause, erst da spürten wir die Nässe und die Kälte, wie sie in unserer Bekleidung hing. Doch es war kein Problem, wir kamen an zu Hause, zogen unsere nassen und kalten Schuhe, Hosen, Jacken aus. Und dann setzten wir uns an den warmen Ofen. Von der Mutter noch einen warmen Kakao in die Hand. Oh, wie herrlich diese wärme, das Gefühl in den Füßen, wie es langsam kribbelt, wenn sie wieder warm wurden. Ein Ofen, oh wie wunderbar ist seine Wärme, nicht zu vergleichen mit einer Zentralheizung. Doch ein Ofen macht viel Arbeit und viel Dreck und darum musste er bald weg.
Vielleicht erklärt dies unsere Sehnsucht nach dem Schnee, vielleicht ist es nicht die Sehnsucht nach dem Schnee, sondern vielmehr die Sehnsucht nach dem Gefühl der Geborgenheit und der Wärme, wenn man nach dem Aufenthalt im Schnee, in die warme Stube kommt.
Zu Weihnachten waren nur noch Reste vom Schnee zu sehen, doch schon bald nach den Feiertagen hatte Frau Holle es sich überlegt und alle neuen und alten Betten für uns ausgeschüttelt.
So wundervolle weiße Straßen, Häuser, Sträucher und Bäume. Überall wohin das Auge blickte sahen wir unsere Stadt im weißen Gewand. Ein neues Stadtbild zeigte sich. Auf den Gehwegen zogen Eltern ihre Kinder auf den Schlitten hinter sich her. Autos mit viel Herz an den Scheiben, freudige Passanten malten sie mit ihren Fingern auf die schneebedeckten Flächen. An den kleinsten Hügeln konnte man sie endlich wieder sehen, die strahlenden Kinderaugen, die zufriedenen Gesichter. Ja, das nenn ich Winter. Der Schnee der gut ist für die Rodelbahn eignet sich noch lange nicht zum bauen eines Schneemanns. Aber wir mussten in diesem Winter nicht lange warten, es gab auch schönen klebrigen Schnee um einiges zu gestalten. Ehe wir uns versahen standen sie im Garten. Sogar ganze Schneemann Familien fanden sich im Park zum Stelldichein. Ebenfalls die Tiere wurden nicht vergessen und auch das Iglu fand sein Plätzchen. Es wurde gebaut, seiner Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Doch was den einen sehr erfreut, den anderen viel Mühe, Ärger und auch Leid zufügt.
Besonders Autofahrer und Menschen die schlecht zu Fuß unterwegs sind, haben es diesen Winter sehr schwer. Bevor es losgehen kann zur Arbeit, muss das Auto befreit werden von dem weißen Mantel. Schon nach dem Start, wenn er gelingt, kommt der Gedanke, werde ich es heute ohne Mühe ohne Hilfe aus der Parklücke schaffen, komme ich heil an?
Die „Oma“, die nicht weiß, wie soll sie ihren Einkauf erledigen, den Arztbesuch meistern.
Zwischendurch da gab es Tau und wieder Frost, so bildeten sich bald die reinsten Eisbahnen auf den Straßen und den Gehwegen. Das Salzen ist nur mit viel bedacht erlaubt und es war bald aus.
Für sehr viel Menschen endet der Traum vom weißen Winter hier leider im Krankenhaus.
Doch möchte ich trotz allem sagen, das ich nicht so viel Kontakte, Austausch sowie Hilfe in diesem Winter hab erleben dürfen. Man half sich die Autos aus den vereisten Parkbuchten zu bekommen. Die Nachbarn fragten die älteren Nachbarn, ob sie etwas bräuchten. Menschen nahmen Schneeschieber, Besen und gar Eishaken in die Hände, obwohl es doch der Räumdienst machen sollte. Doch jedem Menschen wird schnell klar, dass diese weiße Pracht nicht von wenigen zu bändigen ist.
Die Schnee- und Räumdienste schuften bereits Tag für Tag so viele Stunden.
Die Menschlichkeit war mehr zu sehen und zu spüren.
Nur schade, dass es immer eine besondere Situation braucht, um es zu erleben. Warum nur in der Not geben wir uns Mühe uns zu besinnen auf das was wir sonst auch tun könnten.
Schaut euch um, ihr Menschen, nicht nur in der Not.
Gibt immer auf euch und die in deiner Nähe acht.
Nicht nur in der weißen Stadt.
Geschrieben von Carsten Schmidt
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Letzte Änderung: 15.02.2010 11:36 von KonstantinOpel.
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Aw: Die weiße Stadt 15.02.2010 11:38
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KonstantinOpel schrieb:
ZITAT: Es war im Dezember 2009 in dem sich ein Winter ankündigte, den wir schon so lange nicht mehr kannten. ( Zuletzt 1978/79). Von vielen schon seit Jahren so innig ersehnt,
am heiligen Abend Schnee.
In diesem Jahr genau 2 Tage vorm heiligen Abend schüttelte Frau Holle ihre Betten kräftig aus. Der Wettlauf mit der Temperatur ist somit eröffnet. Wird er sich halten bis zum 24.?
Die Kinder hier zu Lande, aus Erfahrung wissen, das jede einzelne Schneeflocke sofort genossen werden muss, solange sie eben vorhanden ist. Also Kellerschlüssel holen und im Keller nach dem Schlitten buddeln gehen. Ja, trotz wenig Schnee in unseren vergangenen Wintern, sind bei uns die meisten Hamburger gut ausgerüstet für den Fall der Fälle.
Es gibt verborgen in den Ecken auf Böden und in Kellern alle Arten von Schlitten, Schlittschuhen, Schneeschiebern, Skiern und gar Skibekleidung, nur so viel Geduld erfordert, das Warten auf den Einsatz.
Wir hatten Glück die weiße Pracht hat sich gehalten, so das es an diesem Heiligabend draußen tatsächlich etwas weiß und somit winterlich und vor allem weihnachtlich ausschaute.
Doch in diesem Jahr sollten wir erfahren was ein wirklicher Winter bedeutet. Wir sollten erfahren wie viele verschiedene Arten von Schnee es gibt und wie sich ein richtiger Winter anfühlt.
Sobald die ersten Schneeflocken fallen, kommen sie die Erinnerungen an die eigene Kinderzeit. Hei, wie haben wir es einst genossen zu rodeln nach der Schule, bis es dunkel wurde und wir uns richtig von herzen ausgetobt hatten auf den kleinen Hügeln. Wir waren nicht zu müde unsere Schlitten immer und immer wieder herauf zu ziehen auf den kleinen Hang, da wir einfach wussten, wie viel Spaß es doch bereitet, auf dem Schlitten oder was sonst so rutschte, hinunter zu sausen. Dann gingen wir nach Hause, erst da spürten wir die Nässe und die Kälte, wie sie in unserer Bekleidung hing. Doch es war kein Problem, wir kamen an zu Hause, zogen unsere nassen und kalten Schuhe, Hosen, Jacken aus. Und dann setzten wir uns an den warmen Ofen. Von der Mutter noch einen warmen Kakao in die Hand. Oh, wie herrlich diese wärme, das Gefühl in den Füßen, wie es langsam kribbelt, wenn sie wieder warm wurden. Ein Ofen, oh wie wunderbar ist seine Wärme, nicht zu vergleichen mit einer Zentralheizung. Doch ein Ofen macht viel Arbeit und viel Dreck und darum musste er bald weg.
Vielleicht erklärt dies unsere Sehnsucht nach dem Schnee, vielleicht ist es nicht die Sehnsucht nach dem Schnee, sondern vielmehr die Sehnsucht nach dem Gefühl der Geborgenheit und der Wärme, wenn man nach dem Aufenthalt im Schnee, in die warme Stube kommt.
Zu Weihnachten waren nur noch Reste vom Schnee zu sehen, doch schon bald nach den Feiertagen hatte Frau Holle es sich überlegt und alle neuen und alten Betten für uns ausgeschüttelt.
So wundervolle weiße Straßen, Häuser, Sträucher und Bäume. Überall wohin das Auge blickte sahen wir unsere Stadt im weißen Gewand. Ein neues Stadtbild zeigte sich. Auf den Gehwegen zogen Eltern ihre Kinder auf den Schlitten hinter sich her. Autos mit viel Herz an den Scheiben, freudige Passanten malten sie mit ihren Fingern auf die schneebedeckten Flächen. An den kleinsten Hügeln konnte man sie endlich wieder sehen, die strahlenden Kinderaugen, die zufriedenen Gesichter. Ja, das nenn ich Winter. Der Schnee der gut ist für die Rodelbahn eignet sich noch lange nicht zum bauen eines Schneemanns. Aber wir mussten in diesem Winter nicht lange warten, es gab auch schönen klebrigen Schnee um einiges zu gestalten. Ehe wir uns versahen standen sie im Garten. Sogar ganze Schneemann Familien fanden sich im Park zum Stelldichein. Ebenfalls die Tiere wurden nicht vergessen und auch das Iglu fand sein Plätzchen. Es wurde gebaut, seiner Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Doch was den einen sehr erfreut, den anderen viel Mühe, Ärger und auch Leid zufügt.
Besonders Autofahrer und Menschen die schlecht zu Fuß unterwegs sind, haben es diesen Winter sehr schwer. Bevor es losgehen kann zur Arbeit, muss das Auto befreit werden von dem weißen Mantel. Schon nach dem Start, wenn er gelingt, kommt der Gedanke, werde ich es heute ohne Mühe ohne Hilfe aus der Parklücke schaffen, komme ich heil an?
Die „Oma“, die nicht weiß, wie soll sie ihren Einkauf erledigen, den Arztbesuch meistern.
Zwischendurch da gab es Tau und wieder Frost, so bildeten sich bald die reinsten Eisbahnen auf den Straßen und den Gehwegen. Das Salzen ist nur mit viel bedacht erlaubt und es war bald aus.
Für sehr viel Menschen endet der Traum vom weißen Winter hier leider im Krankenhaus.
Doch möchte ich trotz allem sagen, das ich nicht so viel Kontakte, Austausch sowie Hilfe in diesem Winter hab erleben dürfen. Man half sich die Autos aus den vereisten Parkbuchten zu bekommen. Die Nachbarn fragten die älteren Nachbarn, ob sie etwas bräuchten. Menschen nahmen Schneeschieber, Besen und gar Eishaken in die Hände, obwohl es doch der Räumdienst machen sollte. Doch jedem Menschen wird schnell klar, dass diese weiße Pracht nicht von wenigen zu bändigen ist.
Die Schnee- und Räumdienste schuften bereits Tag für Tag so viele Stunden.
Die Menschlichkeit war mehr zu sehen und zu spüren.
Nur schade, dass es immer eine besondere Situation braucht, um es zu erleben. Warum nur in der Not geben wir uns Mühe uns zu besinnen auf das was wir sonst auch tun könnten.
Schaut euch um, ihr Menschen, nicht nur in der Not.
Gibt immer auf euch und die in deiner Nähe acht.
Nicht nur in der weißen Stadt.
Geschrieben von Carsten Schmidt 
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Aw: Die weiße Stadt 22.02.2010 16:35
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dem kann ich nichts hinzufügen  außer meine Zustimmung
Und eine nette Schneefamilie hast du da fotografiert 
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Aw: Die weiße Stadt 24.02.2010 22:47
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Auch wenn ich in manchen Punkten anderer Meinung bin: Das hast Du insgesamt echt klasse zusamengefasst und geschrieben!
Ich kann mich daran erinnern, dass wir (Grundschulalter, 1. oder 2. Klasse) in einem laschem Winter sogar mal Reif (!) spontan dazu nutzten, um für wenige Minuten Rodeln zu können. Dieses Glück war schneller vergangen als wir ahnen konnten, aber jede Sekunde war danach um so kostbarer! So sehr, dass ich mich heute noch intensiv daran erinnere...
Auch wie die Erwachsenen den Kopf schüttelten als wir unsere Schlitten über das im Sonnenschein nass gewordene Gras nach Hause zogen
Der Winter gehört in diesen Breiten nun mal dazu. Jeder der darüber meckert erscheint mir wie jemand, der seine Kindheit vollkommen vergessen hat...
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Man soll den Sand nicht in den Kopf nicht in den Kopf stecken! Loddar Maddäus
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