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Der Harburger Soldat - Wird er "fallen"? 09.07.2009 08:59
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Liebe Harburger,
staunend fahre ich täglich an unserem "Harburger Soldaten", dem letzten seiner Zunft in der ehemaligen Garnisionsstadt Harburg vorbei und frage mich, was mit Ihm geschehen wird.
Richtig, es geht um das Denkmal für die gefallenen Harburger des 1. Weltkrieges, welches seit den 1930er Jahren auf dem Grundstück der Kirchengemeinde St. Trinitatis Harburg, an der Bremer Straße Nr. 9 steht. Schon häufig wurde über dieses Denkmal und seinen vermeindlich martialischen, kriegsverherrlichenden Auftritt kontrovers diskutiert und nicht wenige wollen den Soldaten lieber heute als morgen vom Sockel stossen.
Der Soldat wird fälschlich häufig als ein "Kriegsverherrlichendes Denkmal der Nationalsozialisten" bezeichnet, aufgrund des Zeitpunktes seiner Aufstellung. Vielmehr ist richtig, das der Denkmalverein bereits kurz nach dem 1. Weltkrieg in den frühen 20er Jahren das Geld für das Projekt zusammengesammelt hatte, dass gesammelte Geld aber duch die Hyperinflation 1923 wertlos wurde und man somit den ganzen Betrag ein zweites Mal einsammeln musst. Damit war man leider erst um 1930 fertig.
Gerne wird und wurde der einladende Sockel des Soldaten mit Grafitti artigen Schmierereien wie "Kein Blut für Öl" und "Ist dies Zivilisation?" beschmiert. Der Soldat polarisiert.
Blieb der Soldat auch ob der Schmierereinen standhaft und stand aufgrund der Bauhöhe selbst "über den Dingen", so droht er nun zu "fallen", im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Rost hat sich nach den über 70 Jahren nun durch die Verankerung der Plastik im Sockel gefressen und die Plastik droht zu kippen. Eine Sanierung kostet ca.55.000,00 Euro.
Nun ist der Soldat seit Monaten eingerüstet und es guckt nur der Kopf heraus. Dafür es er nun zur grossen, prominenten Werbefläche für die Firme "Dürk Gerüstbau" geworden (sponsort die dafür das Gerüst?) Es passiert gar nichts!
Die Kirchengemeinde hat nun offiziell die Harburger Politik um einen Beitrag zur Sanierung des Denkmals gebeten (die Kirche hat bereits eine Teilsumme für die Sanierung zugesagt) und hier beginnt jetzt offensichtlich die Posse.
Eine Entscheidung offizieller Natur wird nicht gefällt. Es gibt offensichtlich noch "Beratungsbedarf". Da der Soldat auf einem Privatgrundstück der Kirche steht, wird offensichtlich argumentiert, das Denkmal sei ein Privatproblem, andere sagen wiederrum, das es sich um ein öffentliches Denkmal handelt, für welches die Kirche lediglich den Platz zur Verfügung stellt...Laut Kirchengemeinde soll es sogar einen eigenen Vertrag zwischen der Kirchengemeinde und der Stadt Harburg geben, welcher alle diese Fragen betreffend des Denkmal regelt, er ist nur leider momentan nicht "auffindbar"...
Wie dem auch sei, die Diskussion über die Frage, ob man den "alten Krieger" nicht am besten gleich ganz entfernt, ist wieder einmal entfacht.
Wie ist Eure Meinung?
Braucht Harburg seinen Soldaten oder nicht?
Wenn ja, würdet Ihr privat für den Soldaten einen Euro spenden, wenn man Euch fragen würde?
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Aw: Der Harburger Soldat - Wird er "fallen"? 09.07.2009 12:52
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Ich habe mir tatsächlich auch schon Gedanken über dieses Thema gemacht, nachdem ich darüber in der Zeitung las.
Ganz klar: Der Soldat gehört für mich in die Bremer Straße und zu Harburg und ich möchte, dass er bleibt.
Ja, ich wäre auf jeden Fall bereit, dafür zu spenden.
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Lebe! Sonst hast du nach dem Spiel in der Umkleidekabine nichts zu erzählen!
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Purzel (Benutzer)
Junior-Harburger
Beiträge: 43
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Aw: Der Harburger Soldat - Wird er 09.07.2009 13:02
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Anya schrieb:
ZITAT:
Ganz klar: Der Soldat gehört für mich in die Bremer Straße und zu Harburg und ich möchte, dass er bleibt.
Sehe ich genauso! Und ja - ich würde dafür auch spenden....
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Trinity (Benutzer)
Moderator
Beiträge: 181
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Aw: Der Harburger Soldat - Wird er 12.07.2009 23:22
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Herzog Otto schrieb:
ZITAT:
Eine Entscheidung offizieller Natur wird nicht gefällt. Es gibt offensichtlich noch "Beratungsbedarf". Da der Soldat auf einem Privatgrundstück der Kirche steht, wird offensichtlich argumentiert, das Denkmal sei ein Privatproblem, andere sagen wiederrum, das es sich um ein öffentliches Denkmal handelt, für welches die Kirche lediglich den Platz zur Verfügung stellt...Laut Kirchengemeinde soll es sogar einen eigenen Vertrag zwischen der Kirchengemeinde und der Stadt Harburg geben, welcher alle diese Fragen betreffend des Denkmal regelt, er ist nur leider momentan nicht "auffindbar"...
Also wenn dieses Dekmal nicht "öffentlich" ist, müsste ja wohl jeder Harburger Kunstpfadrundgänger eine Art Besichtigungsgebühr an die Trinitatisgemeinde entrichten oder die Stadt zahlt eine Pauschalsumme.
Denn ist es nicht so, dass genau dieses Denkmal auch als EIN Exponat des Kunstpfades angepriesen wird?!
Ich frage mich auch, welches Schicksal mal den anderen Denkmälern Harburgs widerfahren wird, wenn der Soldat jetzt schon auf der "Finanzierungs-Kippe" steht.
Das Helms Museum ist ja fein raus, nachdem es sich vom historischen Stadtteilmuseum Harburgs zum Archäologischen Landesmuseum der FHH gemausert hat.....
Wobei..... vielleicht könnte man den Soldaten ja einstweilen einbuddeln, dann wäre die Zuständigkeit wieder geklärt  
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\"Steh jetzt auf!\"
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Aw: Der Harburger Soldat - Wird er 13.07.2009 08:18
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Ja, Trinity, Du hast recht, der Soldat gehört auch zum Harburger Kunstpfad (hier Nr. 13)
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Aw: Der Harburger Soldat - Wird er 13.07.2009 14:19
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meine persönliche Meinung:
Ich empfinde den Harburger Soldaten als höchst ambivalente Darstellung, die seit langen immer wieder neu zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts anregt und hoffentlich noch lange anregen wird. Es erinnert an diejenigen, die mit oder gegen ihren Willen für das bezahlt haben, was diejenigen Akteure auf großer Bühne betrieben haben, denen stets die öffentliche Aufmerksamkeit zufällt. In Zeiten, in denen wieder deutsche Soldaten im Kriegseinsatz stehen, auch wenn die Politik dieses mehrheitlich verleugnet und bemüht ist, die Öffentlichkeit nicht mit den gefallenen Soldaten zu "belästigen", ist ein solches "Denkmal" im wahrsten Sinne des Wortes angebrachter denn je, und zwar dort im öffentlichen Raum, wo man zwangsläufig damit konfrontiert wird.
Wenn ich mir anschaue, daß der Bezirk aus seinen knappen Mitteln unlängst eine hohe 5-stellige Summe für die Renovierung der "Tunnelplastik" freigegeben hat, die zwar künstlerisch wohl durchaus wertvoll ist, aber eher wenig Bezug zu Harburg und der Harburger Geschichte hat und dann für das historisch Erbe kein Geld mehr da ist, scheint mir diese Prioritätensetzung einigermaßen bizarr.
Der Versuch, sich den Bildern einer unliebsamen Vergangenheit zu entledigen, sei es aktiv durch Abriss, sei es indirekt durch verottenlassen, ist kein politisches Erfolgsrezept für eine Gesellschaft.
"Wer sich der Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana
Ja, ich wäre zu einer Spende bereit, fordere aber auch eine angemessene Beteiligung staatlicher Institutionen.
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Aw: Der Harburger Soldat - Wird er "fallen"? 13.07.2009 14:44
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Der Soldat muss bleiben,er gehört auch zu Harburgs "Gesicht" was ja nun leider auch an zu vielen Stellen schon kaum noch wieder zu erkennen ist.
Ich wäre grundsätzlich auch zu einer Spende bereit nur stiehlt sich meiner Meinung die Stadt mal wieder schön aus ihrer verantwortung 
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