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Das Harburger Rathaus - Historie und Besonderheiten
Eine Ausarbeitung von Till-Ole Spiekermann.

Geschichte der ersten beiden Harburger Rathäuser

 
1567

Früheste urkundliche Erwähnung des "ersten Harburger Rathauses" in der Schloßstraße.

1733

Abriss und Neuaufbau des Rathauses in der Schloßstrasse (Bild 1 und 2). Dieses wird ab 1830 vollständig als "Ratskeller" genutzt und 1855 an den Pächter verkauft. Im 2. Weltkrieg wird das Gebäude durch Bomben zerstört.

Erhalten bleibt nur das Sandsteinportal mit Wappen und Inschrift von 1733, das heute die Außenfront des Helms-Museums an der Knoopstraße schmückt (Bild 3).

1830

Neubau eines Rathauses, des so genannten "Stadthauses" (Bild 4), am Sand (am Platz der heutigen Hamburger Sparkasse). Dieses Gebäude beherbergt u.a. Verwaltungsräume sowie eine Bürgermeisterwohnung.

Das "zweite Rathaus" wird 1928 für den Neubau eines Bankhauses abgerissen. 
Foto (Medien-Verlag Schubert): Das Harburger Rathaus von 1733
Bild 1 (Medien-Verlag Schubert): Das Harburger Rathaus von 1733



Foto (Medien-Verlag Schubert): Harburger Schloßstraße mit Blick auf das Rathaus
Bild 2 (Medien-Verlag Schubert): Harburger Schloßstraße mit Blick auf das Rathaus



Bild 3 (die-harburger.de): Sandsteinportal des Ratskellers am Helms-Museum
Bild 3 (die-harburger.de): Sandsteinportal des Ratskellers am Helms-Museum



Bild 4 (Medien-Verlag Schubert): Altes Stadthaus am Sand
Bild 4 (Medien-Verlag Schubert): Altes Stadthaus am Sand von 1830



Bild 5 (Medien-Verlag Schubert): Gelbe Schule am Bassinplatz 1867 erbaut und im zweiten Weltkrieg zerstört
Bild 5 (Medien-Verlag Schubert): Gelbe Schule am Bassinplatz 1867 erbaut und im zweiten Weltkrieg zerstört



Bild 6 (Medien-Verlag Schubert): Das Kaiserliche Postamt von 1890
Bild 6 (Medien-Verlag Schubert): Das Kaiserliche Postamt von 1890



Bild 7 (Medien-Verlag Schubert): Das Harburger Rathaus nach seiner Fertigstellung
Bild 7 (Medien-Verlag Schubert): Das Harburger Rathaus nach seiner Fertigstellung



Bild 8 (Helms-Museum): Bombenmahnmal auf dem Rathausplatz
Bild 8 (Helms-Museum): Bombenmahnmal auf dem Rathausplatz



Bild 9 (Lutz Tittel aus einer Sammlung des Helms-Museums): Das zerstörte Harburger Rathaus
Bild 9 (Lutz Tittel aus einer Sammlung des Helms-Museums): Das zerstörte Harburger Rathaus



Bild 10 (Helms-Museum): Foto vom Rathaus nach Kriegsende
Bild 10 (Helms-Museum): Foto vom Rathaus nach Kriegsende



Bild 11 (Helms-Museum): Aufgebautes Mittelteil des Rathauses
Bild 11 (Helms-Museum): Aufgebautes Mittelteil des Rathauses



Bild 12 (die-harburger.de): Das illuminierte Harburger Rathaus
Bild 12 (die-harburger.de): Das illuminierte Harburger Rathaus



Bild 13 (Helms-Museum): Wilhelm Hase
Bild 13 (Helms-Museum): Wilhelm Hase



Bild 14 (Helms-Museum): Christoph Hehl
Bild 14 (Helms-Museum): Christoph Hehl



Bild 15 (Helms-Museum): Civitas
Bild 15 (Helms-Museum): Civitas



Bild 16 (die-harburger.de): Justitia an der Harburger Rathausfassade
Bild 16 (die-harburger.de): Justitia an der Harburger Rathausfassade



Bild 17 (die-harburger.de): Prudentia an der Harburger Rathausfassade
Bild 17 (die-harburger.de): Prudentia an der Harburger Rathausfassade



Bild 18 (Helms-Museum): Harburger Wappen
Bild 18 (Helms-Museum): Harburger Wappen



Bild 19 (die-harburger.de): Heute ist die Rathausuhr an der Stelle des Harburger Wappens
Bild 19 (die-harburger.de): Heute ist die Rathausuhr an der Stelle des Harburger Wappens



Bild 20 (Till-Ole Spiekermann): Mittleres Buntglasfenster im Treppenhaus des Harburger Rathauses
Bild 20 (Till-Ole Spiekermann): Mittleres Buntglasfenster im Treppenhaus des Harburger Rathauses



Bild 21 (Till-Ole Spiekermann): Linkes Fenster im großen Sitzungssaal
Bild 21 (Till-Ole Spiekermann): Linkes Fenster im großen Sitzungssaal



Bild 22 (Till-Ole Spiekermann): Das mittlere Fenster im großen Sitzungssaal
Bild 22 (Till-Ole Spiekermann): Das mittlere Fenster im großen Sitzungssaal



Bild 23 (Till-Ole Spiekermann): Das rechte Fenster im großen Sitzungssaal
Bild 23 (Till-Ole Spiekermann): Das rechte Fenster im großen Sitzungssaal





 

Bau des "dritten Harburger Rathauses" und Entstehung des Rathausplatzes

1865

Der Walkmühlenteich wird größtenteils für den Bau der "Gelben Schule" (Bild 5) zugeschüttet und zu einem Zierbassin verkleinert. Der Platz bekommt daher den Namen "Platz am Bassin" (heutiger Rathausplatz), den er bis 1950 behält.

1871 - 1879


Aufgrund der ständig wachsenden Bevölkerung und städtischen Behörden im Zuge der Industrialisierung ab 1850 ist ein größeres Rathaus erforderlich. Verschiedene Pläne für den Bau eines neuen Rathauses werden erstellt – jedoch nicht realisiert.

1844, 14. März

Städtische Kollegien (Magistrat1 und Bürgervorsteher2) beschließen den Beginn konkreter Vorarbeiten für Entwürfe und Bau eines neuen Rathauses. Planung durch Baukommission (Stadtbaumeister, 2 Magistratsmitglieder und 4 Bürgervorsteher). Bauprogramm enthält Vorstellung von einem Gebäude "im Style der vlämischen Renaissance".

1888, Mai

Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs (unter 14 Architekten) zur "Erlangung von Entwürfen für ein Rathausgebäude zu Harburg a. d. Elbe".

1888, 22. Oktober

Das Preisgericht (Bauräte und Architekten) erklärt die Arbeit des Hannoverschen Architekten Prof. Christoph Hehl (1847 -1911) für den besten Entwurf.

1888, 14. Dezember

Die städtischen Kollegien genehmigen die Ausführung des Hehlschen Entwurfs mit Vorgabe eines Kostenvolumens von 300.001 Mark. Sie beauftragen Hehl mit der weiteren Planung und Ausführung und schließen mit ihm einen Bauvertrag ab. 

1889, 19. Dezember


Beginn der Bauarbeiten am "Bassinplatz". Dieser Platz ist schon 1874 bei Planungen zu einem Rathausbau in Erwägung gezogen worden. Mit dem Bau wird das 1865 angelegte Bassin fast komplett zugeschüttet - nur ein kleiner Teich zum Schmuck des Rathauses bleibt bestehen. An diesem Platz entsteht an der nordöstlichen Seite gerade das Kaiserliche Postamt (Bild 6), das am 15. Nov. 1890 eingeweiht wird.

1890, 17. Juli

Feierliche Grundsteinlegung um 17 Uhr. In den Grundstein werden eine Urkunde und verschiedene Dokumente eingemauert. Der Grundstein selbst trägt auf der Oberseite das Wappen der Stadt Harburg.
3 Monate später bewilligen die städtischen Kollegien 350 Mark zur Durchführung einer Richtfeier.

1892, ab April

Beginn der schrittweisen Übernahme des Rathausgebäudes durch die städtischen Kollegien und Behörden. Am 10. Okt. 1892 sind die Umzüge abgeschlossen.

1892, 15. Oktober

Einweihung des neuen Rathauses (Bild 7). Die Feier beginnt um 11 Uhr mit einer Sondersitzung der städtischen Kollegien im großen Sitzungssaal des neuen Rathauses. Oberbürgermeister Ludowieg eröffnet die Sitzung mit einer festlichen Ansprache. Anschließend folgt ein Festprogramm sowie um 16 Uhr eine Rathausbesichtigung unter Führung des Oberbürger­meisters Ludowieg und des Architekten Hehl. Am Abend wird auf dem Bassinplatz ein Feuerwerk abgebrannt.

Der Bau des Rathauses hat 33 Monate angedauert, die Endabrechnung der Rathausbaukosten weist 544.201 Mark aus. Die Innenausstattung ist durch Spenden Harburger Unternehmer und Kaufleute finanziert worden. Das neue Rathaus drückt mit seinen Ausmaßen und seiner schlossähnlichen Fassade das gestiegene Selbstbewusstsein der Harburger Bürgerschaft aus. 

Das Harburger Rathaus zwischen 1893 und 1933

1893 - 1905

1893 beginnt die Auslagerung erster Dienststellen aus dem Rathaus aufgrund von Platzmangel. Einzelne Büros werden ins alte Stadthaus zurückverlegt. Zeitgleich werden verschiedene Entwürfe zu Rathaus­erweiterungs­­bauten aufgestellt. Realisiert wird der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes in der Marienstraße, welches 1905 mit einem Kostenvolumen von 182.000 Mark fertig gestellt wird.

1906 - 1926

Weitere Büros werden aus dem Rathaus ausgelagert.

1926 - 1927


Planung und Bau eines eingeschossigen Flachdachgebäudes als südlicher Nebenflügel zur Unterbringung der Amtskasse (1944 zerstört).

1927

Vereinigung Harburgs und Wilhelmsburgs zu einer Gemeinde mit Sitz des Magistrats im Harburger Rathaus.

Das Harburger Rathaus zwischen 1933 und 1945

1933, 5. März

Am Abend der Wahl des neuen Reichtages hisst eine SA-Abteilung der NSDAP die Hakenkreuzfahne an der Vorderfront des Rathauses. Oberbürgermeisters Dr. Dudek protestiert vergeblich beim Polizeipräsidenten sowie beim staatlichen Regierungspräsidenten in Lüneburg.

1933, 11. März

SS und SA besetzten zusammen mit der Schutzpolizei das Harburger Rathaus und durchsuchen das gesamte Haus. Oberbürgermeister Dr. Dudek und zwei seiner Senatoren werden mit Gewalt aus dem Rathaus gewiesen, zunächst beurlaubt und später entlassen.

1933, 4. Oktober

Errichtung eines Bombenmahnmals (Bild 8)auf dem Rathausplatz, welches ein propagandistisches Zeichen der nun beginnenden planmäßigen Vorbereitung der Zivilbevölkerung auf einen Bombenkrieg ist.

1937, 26. Januar


Großhamburggesetz: Die Städte Harburg-Wilhelmsburg, Altona und Wandsbek werden aus Preußen ausgegliedert und mit der Hansestadt Hamburg zusammengeschlossen. Harburg verliert seine 650-jährige Eigenständigkeit, einen Bürgermeister und Stadtrat gibt es nicht mehr. Stattdessen nimmt der Bezirksamtsleiter die Repräsentationspflichten der Verwaltung wahr. Das Rathaus ist nur noch ein "Bezirksamt", bleibt aber Sitz der Verwaltung (Bezirksverwaltung).

1944, November

Schwere Beschädigungen des Rathauses durch Sprengbomben, wobei der Südflügel am stärksten betroffen ist (Bild 9 und 10). Das Dachgeschoss brennt völlig ab und der Uhrturm stürzt zusammen. Nach dem Brand sind lediglich einige Räume des Erdgeschosses noch nutzbar.

1945

Nach Kriegsende wird zur Verwaltung des Hamburger Stadtkreises 8 – zu dem u.a. Harburg gehört – Bürgermeister Dyes eingesetzt, dem Ende 1945 für wenige Wochen Dr. Dudek folgte, ehe im März 1946 Senator a. D. Höhnlein die Geschäfte übernahm.

Wiederaufbau des Harburger Rathauses nach dem zweiten Weltkrieg

1946

Beginn des Wiederaufbaus des zerstörten Mittelbaus des Rathauses (Bild 11) sowie der Aufräumungs- und Abbrucharbeiten am beschädigten linken Rathausflügel.

1949, 3. September

Nach dreijähriger Bauzeit ist der große Sitzungssaal wiederhergestellt. Die Übergabe erfolgt an "Bürgermeister" Senator a. D. Höhnlein. Das Treppenhaus wurde beim Wiederaufbau geräumiger und heller eingerichtet und die Stuckdecke4 des Rathaussaales tiefer gerückt.

1949, 10. Oktober

Grundsteinlegung für den Wiederaufbau des linken Seitenflügels. 

1950, 16. Februar

Richtfest des neuen Südflügels.

1951, 15. März

Abschluss der Wiederaufbauarbeiten. Der neu aufgebaute linke Seitenflügel weist kleine Unterschiede in der äußeren Gestaltung zum rechten Flügel auf, der frühere ornamentale Schmuck fehlt fast ganz. Die neuen Innenräume sind nach modernen Gesichtspunkten gestaltet.

Veränderungen und Sanierungen des Harburger Rathauses in der Neuzeit

1972/76

Reinigung der Fassaden mit Sandstrahlgebläse

1978

Bezirksamtsleiter Helmut Raloff lässt Gemälde der früheren Bürger- bzw. Oberbürgermeister im ersten Stock des linken Flügels aufhängen.

1980er

Verschönerung des Rathausplatzes mit neuen Grünanlagen und Verkehrsberuhigung durch Abriss und Veränderung von Straßen um den Rathausplatz.

1985

Grundrenovierung und Umbau des großen Sitzungssaales. Die Wände und der Boden werden erneuert, eine Lautsprecheranlage wird installiert und von außen werden zusätzliche Fenster angebracht.

1987

Der Rathausbrunnen wird eingeweiht.

1992

Renovierung des Rathauses (Eingangshalle, Treppe und Flure) und Säuberung der mittleren Fassade (Mittelrisalit) für 170.000 D-Mark. Elf 1,30 Meter hohe Steinobelisken werden am Rathaus angebracht. Umbau des Rathausplatzes: die Straße vor dem Rathaus wird entfernt, der Platz wird bis an die Rathausstufen herangebaut, aus der Harburger Rathausstraße und der Julius-Ludowieg-Straße werden Sackgassen.

2002

Grundsanierung der Fassade des Rathauses.

2004, ab 1. August

Das Rathaus wird illuminiert (Bild 12): 100 Lichtpunkte und 16 große Bodenstrahler werden installiert, um das Rathaus anzustrahlen. Die Kosten für die Einrichtung betragen 100.000 Euro – von diesen werden 55.000 Euro gesponsert. Die jährlichen Stromkosten werden auf 700 Euro geschätzt.

Fassade des Harburger Rathauses

Baustil, Ornamente  und kleine Bauplastiken

Für das Rathaus wurde von den Bauherren ein gefugter Backsteinbau im Style der vlämischen Renaissance gewünscht.1 Der Hauptbau des Rathauses gliedert sich äußerlich in einen breiten, giebelgekrönten, weit vorspringenden Mitteltrakt oder "Risalit" mit Haupteingang sowie in zwei kleinere "Seitenrisaliten" mit flankierenden Türmen, die ursprünglich beide Nebeneingänge betonten.

Die Fassade ist mit zahlreichen Ornamenten in der Form von Blatt- und Rankenwerk geschmückt.

Über den beiden Pfeilern der Eingangshalle befinden an den Konsolen zwei Büsten: Die Rechte bildet Wilhelm Hase (Bild 13) (1818-1902) ab, der Hehls akademischer Lehrer war. Das Linke Portrait zeigt Christoph Hehl (Bild 14) selbst.

Über dem Haupteingang ist außerdem die Darstellung des Gemeinwesens, der "Civitas" (Bild 15) angebracht.

Am Bau sind auch noch andere "Gesichter", sog. Groteske Masken, zu finden, die das "Böse" schlechthin symbolisieren und dieses so vom Bau fernhalten sollen.

An der Fassade des linken Flügels wurde ehemals die Losung "Allzeit dem Kaiser treu und treu dem Vaterlande angebracht". Heute befindet sich an gleicher Stelle der Hinweis: "Im Kriegsjahr 1944 wurde dieser Flügel zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte im Jahr 1950".

Über dem Fenster im ersten Stock des rechten Seitenrisaliten ist der Sinnspruch "Was irgend gelten will und walten, muß in der Welt zusammenhalten" angebracht.

In den beiden Giebelspitzen der Seitenrisaliten wurden beim Bau des Rathauses Wappenschilder mit Symbolen für Gewerbe, Handel und Schifffahrt angebracht. Das Wappen im Giebel des rechten Flügels ist bis heute erhalten geblieben.

Justitia und Prudentia

In den seitlichen Nischen des "Mittelrisaliten" befinden sich zwei weibliche Vollplastiken in Lebensgröße. Die linke bildet "Justitia" ab, die Personifikation der Gerechtigkeit. Sie hält eine Waage als Grenzfindung zwischen Recht und Unrecht sowie ein Richtschwert als Symbol der strafenden Gerechtigkeit.

Die rechte Figur bildet "Prudentia" ab, die Personifikation der Weisheit oder Klugheit. Sie hält einen Pfeil, um den sich eine Schlange ringelt, als Symbol der Klugheit und einen Spiegel als Mahnung zur Selbsterkenntnis. "Justitia" und "Prudentia" sollen für die Gerechtigkeit und Klugheit der Entscheidungen der städtischen Kollegien sorgen.

Über beiden Figuren befinden sich jeweils Nischen mit Wappenfeldern (Devisen­­schilder), die alt- und neutestamentarische Symbole für die o.g. Tugenden enthalten: Links die Waage als Attribut der "Justitia" und rechts eine Schlange und Taube als Attribute der "Prudentia".
Ursprünglich sollten statt der jetzigen Figuren die Statuen von Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Wilhelm II. die Fassade schmücken, jedoch wurde dieser Vorschlag vom Bürgervorsteherkollegium nicht akzeptiert.

Wappen

Das Harburger Rathaus wurde beim Bau mit den Wappen der Staaten ausgestattet, zu denen es im Laufe seiner Geschichte gehört hat. Im Giebel des linken Flügels befanden sich vor dessen Zerstörung die Wappen des Herzogtums Lüneburg (Löwe), des Königreiches Hannover (Pferd) und des Königreiches Preußen (Adler).

Die Fassade des rechten Flügels ist mit weiteren Wappen geschmückt, u.a. mit den Wappen der Städte Celle und Lüneburg.

Das Harburger Wappen ist heute am Rathaus nicht mehr zu finden, es befand sich am Giebel des Mitteltraktes, der im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Zu sehen ist das Harburger Stadtwappen von 1908 bis 1927 am Fuß der Fahnenstangen auf dem Rathausplatz oder am "Sandsteinportal" des "ersten Harburger Rathauses" an der Außenfront des Helms-Museums.

Rathausuhr

An der Stelle des ehemaligen Harburger Wappens (Bild 16) befindet sich seit dem Wiederaufbau des Harburger Rathauses die Uhr, die ehemals im mittleren achteckigen Dachturm untergebracht war. Die Stadtwächter neben der Uhr, die vorher als Schildhalter des Wappens dienten, weisen noch auf die eigentliche Zweckbestimmung des Giebels hin.

Das Uhrwerk befindet sich in einem verschlossenen Bretterhäuschen auf dem Dachboden des Rathauses. Drei große Gewichte treiben die Uhr an – zwei Gewichte die Glocken und eines die Zeiger. Die Rathausuhr tickt bereits seit 113 Jahren und wird jede Woche einmal aufgezogen.

Treppenhaus und großer Sitzungssaal

Treppenhaus

Das Rathaustreppenhaus wird 1927/1928 nach den Entwürfen eines Magistrats-Baurates ausgemalt. Die Pfeiler des Geländers werden schwarz gestrichen und die Kapitäle vergoldet.

Im Treppenhaus befinden sich fünf große Buntglasfenster. Vor deren Zerstörung im Jahr 1944 zeigten sie den Gott Hermes, das Harburger Wappen und die Handwerkerzeichen der Harburger Innungen. Nach dem Wiederaufbau erhält das mittlere Fenster zwei Denksprüche zum Rathaus (Bild 20).

Großer Sitzungssaal

Der Sitzungssaal weist als besonderes Merkmal drei großflächige Fenster auf, die mit Glasmalereien verziert sind. Das linke Fenster (Bild 21) stellt den symbolischen Wiederaufbau der Harburger Industrie dar (Ölpresse und Gummikalander).
Das mittlere Fenster (Bild 22) weist auf den Wiederaufbau des Hafens hin und enthält weitere charakteristische Merkmale Harburgs (Silos, Öltanks und Hafen).
Das rechte Fenster (Bild 23) steht für das Wiedererrichten der Wohnhäuser. 

In dem unteren Bereich der drei Fenster sind alle Handwerke abgebildet, die am Wiederaufbau des Rathauses beteiligt sind.

Nutzung

Das heutige Harburger Rathaus ist ...
  • Mittelpunkt des kommunalen Lebens im Bezirk Harburg
  • Sitz des "Bezirksbürgermeisters" und der Verwaltung
  • Tagungsort der Bezirksversammlung sowie der Fraktionen

Quellen

Literatur

  • Harburg von 1970 bis heute. 1. Auflage, Hamburg 2000 (Becker, Wolfgang / Szczepaniak, Gerhard / Busch, Ralf).
  • Harburg von A-Z, das Stadtteillexikon. 1. Auflage, Hamburg 2001 (Becker, Wolfgang / Tiedemann, Axel).
  • Die Profanbauten von Christoph Hehl. 1. Auflage, Kiel 1978 (Behrens, Helmut).
  • Führer durch Harburg. Harburg, 1907 (Benecke, Theodor).
  • Kriegsende in Harburg. 1. Auflage, Hamburg 1995 (Claußnitzer, Jörn).
  • Harburg, von der Burg zur Industriestadt. 1. Auflage, Hamburg 1988 (Ellermeier, Jürgen / Richter, Klaus / Stegemann, Dirk).
  • Harburg und Umgebung. 1. Auflage, Hamburg 1999 (Hellberg, Lennart / Albrecht, Heike / Grunert, Heino).
  • Liebes schönes Harburg, ein Alt-Harburger Bilderbuch. 2. Auflage, Hamburg 1983 (Holtz, Adalbert / Lachmund, Fritz).
  • Hamburg-Harburg. 1. Auflage, Erfurt 2005 (Küttner, Sibylle).
  • Harburg, die Geschichte einer deutschen Stadt zwischen Königtum und Diktatur. 1. Auflage, Hamburg 1969 (Schmitz, Fred).
  • Harburg im Wandel in alten und neuen Bildern. 1. Auflage, Hamburg 1991 (Szczepaniak, Gerhard / Schubert, Uwe / Ehlers, Jürgen).
  • Geschriebene Harburgensien. 1. Auflage, Hamburg-Harburg 1986 (Truels, Max).
  • Harburger Geschichte(n) von 900 bis 1980. 1. Auflage, Hamburg 1981 (Verg, Erich).
  • Unterwegs im alten Harburg. Hintergrund & Materialien, Band 9 1988 (Werth-Mühl, Martina).
  • Claußnitzer, Jörn - 100 Jahre Harburger Rathaus, Kurzchronologie. Informationsblatt des Helms-Museums, 1992.
  • Werth-Mühl, Martina - Der Fassadenschmuck des Harburger Rathauses. Informationsblatt Nr. 71, 1988. Herausgeber: Helms-Museum.
Bildnachweise
  • Bilder 1, 2, 4, 5, 6 und 7 - Harburg im Wandel in alten und neuen Bildern. 1. Auflage, Hamburg 1991 (Szczepaniak, Gerhard / Schubert, Uwe / Ehlers, Jürgen) mit freundlicher Genehmigung des Medien-Verlags Schubert.
  • Bilder 3, 12, 16, 17 und 19 - die-harburger.de.
  • Bild 9 - Tittel, Lutz. Gemälde und Grafiken aus dem Helms-Museum. Hamburg, 1981 mit freundlicher Genehmigung des Helms-Museums.
  • Bilder 8, 10 und 11 - Claußnitzer, Jörn. Kriegsende in Harburg. 1. Auflage, Hamburg 1995 mit freundlicher Genehmigung des Helms-Museums.
  • Bilder 13, 14, 15 und 18 - Der Fassadenschmuck des Harburger Rathauses. Informationsblatt Nr. 71, 1988 mit freundlicher Genehmigung des Helms-Museums.
  • Bilder 20, 21, 22 und 23 - Till-Ole Spiekermann.
































 
 

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