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Mittwoch, 10. Februar 2010 |
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...vor einigen Tagen habe ich am Rande des Plenarsaals mit meiner Mitarbeiterin per Handy an der Formulierung eines Pressetextes gewerkelt. Es fehlte uns beiden ein adäquates Wort, ein Begriff der besser passte als die bisherige Formulierung. Während meine Mitarbeiterin am anderen Ende den Thesaurus bemühte, hatte ich eine bessere Idee und habe einfach den Kollegen der Linkspartei der zufällig grade vorbeikam gefragt: "sag mal ein besseres Wort für ..." es wird sicherlich das letzte Mal sein, dass die Linke mir etwas in den Mund gelegt hat, aber seine spontane Antwort war einfach gut.
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Mittwoch, 3. Februar 2010 |
Gestern war ich zu Gast in Brüssel. Die grüne Europafraktion hatte zu einem Treffen mit Grünen aus allen EU-Ländern (family meeting) eingeladen. Thema: GREEN NEW DEAL. Solche Veranstaltungen sind immer spannend, nicht weil es immer ausgesprochen viel neues zu lernen gäbe, sondern weil man viel lernt über den Kontext von Debatten und die Ausgangslage in den verschiedenen Ländern.
Nun, auch ein Este war da und zu Beginn seiner Wortmeldung davon überzeugt, englisch reden zu müssen. Denn wo wird schon estnisch übersetzt? Als er auf die Übersetzungsmöglichkeit aus dem estnischen hingewiesen wurde, war er zunächst überrascht, zeigte sich dann hocherfreut und setze wieder an vorzutragen...auf englisch. Man mag vieles über das Sprachenregime in der EU denken, aber jede Muttersprache als vollwertig zu behandeln, das zeigt diese Episode, ist ein Ausdruck von Wertschätzung gegenüber allen Europäerinnen und Europäern, egal wie klein oder groß der Mitgliedsstaat ist.
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Dienstag, 19. Januar 2010 |
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Es gibt immer wieder Kolleginnen und Kollegen die in Sitzungen von Arbeitsgruppen oder Ausschüssen durch ein besonders fleißiges mitschreiben, mithin eine wahre Schreibwut auffallen. Oftmals haben diese Kolleginnen und Kollegen geradezu eine Kultur von Kladden und Notizbüchlein entwickelt, die Seite um Seite anschwellen. Auch ein älterer, sehr verdienter Kollege beeindruckte mich seit längerem. Aufgrund seiner oft auch besonders klugen Beiträge, hab ich ihn diese Woche einfach mal gefragt, ob er sein Buch mit klugen Ideen oder einfach mit schnöden Mitschriften fülle. Die entwaffnend klare Antwort: "Nein, das tue ich, um in langweiligen Sitzungen nicht einzuschlafen." Ab sofort weiß ich also Bescheid, wenn er seine Kladde zückt...
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Freitag, 4. Dezember 2009 |
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Normalerweise sind Fraktionssitzungen eher business as usual. Geprägt von fachpolitischen Debatten und zum Teil Streit und Textarbeit. In dieser Woche jedoch ergab sich ein lustiger Versprecher. Ein Kollege aus Bayern, bekannt als Papst der erneuerbaren Energien, mit gerade zu missionarischem Eifer für das Thema Umbau der Energiewirtschaft streitend, wurde von einem Kollegen aus versehen nicht Hans-Josef genannt. Geradezu in einem freudschen Versprecher sprach er ihn an mit "und auch du musst wissen, Franz-Josef..."
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Donnerstag, 29. Oktober 2009 |
Gestern Abend habe ich mit einigen Kollegen aus verschiedenen Fraktionen in einer Kneipe DFB-Pokal geguckt. Die letzten Minuten des Spiels 1860 München gegen Schalke wurden dabei von einem der Kollegen aus einer großen Bayerischen Volkspartei - aber nicht der CSU! - voller Münchner Lokalpatriotismus kommentiert, obwohl er eigentlich Anhänger des FC Bayern ist. In die Kneipe hatten sich allerdings auch ein paar Münchner Touristen verirrt, deren Herz ganz und gar für die „Sechziger“ schlägt. Als dann wenige Minuten später das erste Tor des FC Bayern fiel erkannten die Touristen aus Bayern den Kollegen und riefen: "der jubelt ja für Sechzig und Bayern! Das kann nur ein Bayerischer Politiker sein!" – ertappt. Der Hinweis eines weiteren anwesenden Kollegen aus meiner Fraktion brachte es noch besser auf den Punkt. Er meinte: "er jubelt aber nur nacheinander und nicht für beide gleichzeitig, er kann also nicht in der CSU sein..."
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