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Harburg und die Harley Days
Geschrieben von Mirko Haas   
Freitag, 15. Januar 2010
Foto (pixelio): Harley-DavidsonDer Hamburger Senat will sie nicht - andere Kreise und Gemeine lecken sich die Finger danach. Die Rede ist von den Harley-Days, die dieses Jahr nach dem Willen des schwarz-grünen Senats der Hansestadt nicht mehr in Hamburg stattfinden soll - aus Umweltgründen, wie es offiziell heißt.

Für den Chef der Harburger Verwaltung, Torsten Meinberg, ist es dennoch vorstellbar, dass die erwarteten 60.000 Bikes in Hamburg bleiben - oder besser - in HaRburg! Meinberg: "Ich habe bereits mit den Kollegen aus dem Landkreis

gesprochen, die der Sache auch sehr positiv gegenüberstehen."


Unterstützung für seinen Vorstoß erhält der Bezirksamtsleiter nicht nur vom Wirtschaftsverein und der Handelskammer. Wie die Sprecherin des Bezirks, Petra Schulz, heute mitteilte würden die Telefone im Rathaus derzeit nicht mehr stillstehen: "Wir haben zahlreiche Anrufe von Bürgern bekommen, die angeboten haben, den Bezirk zu unterstützen und es gab auch Bürger, die hier vorstellig geworden sind, um den Besuchern Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten."

Der Vorsitzende des Wirtschaftsvereins, Jochen Winand, meint sogar: "Leider habe ich selbst keine Harley, aber vielleicht bekomme ich ja eine Mitfahrgelegenheit." Außerdem sollte man unbedingt zugreifen, wenn die Chance besteht eine Veranstaltung mit so einem hohen Wirtschaftsfaktor und entsprechender Öffentlichkeitswirksamkeit nach Harburg zu holen.

Die Harburger FDP macht sich ebenfalls für die Harley-Days in Harburg stark. Mit einem Dringlichkeitsantrag für die kommende Bezirksversammlung macht sich die FDP für eine Einladung der in Hamburg in Frage gestellten Harley-Days 2010 nach Harburg stark und fordert weiterhin, diese Einladung auf für 2011 zu erweitern.

"Nachdem der Bezirksamtsleiter und Harburger Bürgermeister Torsten Meinberg (CDU) ja bereits seine erfreuliche Aufgeschlossenheit signalisierte, liegt es jetzt an der Bezirksversammlung, ein weiteres Zeichen für die Weltoffenheit Harburgs zu setzen," so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Immo G. von Eitzen.

Über der ganzen Angelegenheit schwebe drohend die Gefahr einer Evokation des nötigen Genehmigungsverfahrens durch den zunehmend von provinziellem Denken beherrschen Hamburger Senates. Eine wohlwollende Haltung der Bezirksverwaltung zu einem möglichen Genehmigungsantrag der Verantalter würde daher nicht ausreichen, es bedürfe einer deutlichen Botschaft der Harburger Politik über die Elbe, um den sich ausbreitenden Provinzmief auf dem nördlichen Ufer zu halten.

"Wir Liberalen haben es seinerzeit bereits gegen erhebliche Widerstände geschafft, die ersten Harley-Days 2003 in Hamburg zu ermöglichen, wir werden das uns mögliche tun, um es ab 2010 auch in Harburg zu schaffen," so von Eitzen weiter.

Harburgs SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath hat allerdings erhebliche Bedenken: "Ich wüsste nicht, wo in Harburg 50.000 Maschinen und 500.000 Menschen einen Platz finden sollten. Ausserdem gibt es ja bereits einen Senatsbeschluß diesbezüglich. Ich halte es daher nicht für Klug, weitere Überlegungen zu den Harley-Days anzustellen."

Und auch der Fraktionsvorsitzende der Harburger GAL-Fraktion, Ronald Preuß, äußert sich sehr kritisch: "In Anbetracht des Lärmpegels, den 75.000 Biker und eine halbe Millionen Besucher verursachen, können wir uns nicht vorstellen, dass die Harley Days 2010 hier in Harburg statt finden. Nicht ohne Grund gibt es auch schon ohne sie Bürgerinitiativen gegen Lärm in Harburg. Durch diese Großveranstaltung würde zu den vorhandenen Belastungen noch einer draufgesetzt. Das ist nicht im Interesse der Bürgerinnen und Bürger von Harburg, darum wird die GAL-Fraktion dazu nicht ihre Zustimmung erteilen."

Merkwürdig, denn die Bürger scheinen die Harleys und die Besucher nicht zu stören, wie sich den Äußerungen der Pressestelle entnehmen lässt. Bleibt abzuwarten, welcher Koalitionspartner sich durchsetzen wird und ob der Hamburger Senat sich hier die Butter vom Brot nehmen lässt.

Weiterführende Links:




Kommentare (6)add comment

Mirko schrieb:

Kurzes Update: Auf heutige Nachfrage beim Bezirksamtsleiter, gibt es keine neuen Informationen. Ob die Harley Days nun kommen oder nicht, und wenn sie kommen sollten, ob sie dann in Harburg stattfinden, steht in den Sternen.

Nach den getroffenen Aussagen des Senats jedoch, kann man davon ausgehen, dass die Harley Days weder in Harburg noch überhaupt in Hamburg stattfinden werden.

Die Landkreise scharren schon mit den Hufen ...
01. Februar 2010

Timurlenk schrieb:

Wenn es wirklich nur um den Lärm und die Umweltverschmutzung ginge, dann müsste man sofort den Hafengeburtstag, den Dom, das Alstervergnügen, das Kirschblütenfest, das Außenmühlenfest, das Vogelschießen, das Rathausfest und vieles mehr absagen. Wenn man aber nur die Harley-Days verhindern und den Rest belassen will, dann ist das in meinen Augen nur scheinheilig. Sollten jemals 500.000 Besucher zum Außenmühlenfest kommen, dann würden sich alle freuen, kommen aber 500.000 Besucher zu den Harley-Days, dann ist das eine Belastung? Ich würde es begrüßen, wenn eine neue Attraktion in Harburg stattfinden würde. Rund um den östlichen Bahnhofskanal ist sogar ziemlich viel Platz, er ist gut zu erreichen ohne durch Wohngebiete zu müssen und trotzdem relativ stadtnah.

Wer sich um Lärm Sorgen macht, der sollte nicht die 3 Harley-Tage verbieten, sondern eher die Bahnstrecke an der Buxtehuder-Straße schallisolieren. Denn die macht viel Lärm und das 365 Tage im Jahr.
25. Januar 2010

Wolle schrieb:

@MACALLAN
Da kann ich Ihnen nur zustimmen.In Harburg und Hausbruch Dauerlärm durch die Hafenbahn.In Moorburg entsteht eine Dreckschleuder die Produziert soviel Abgase da können ein mal pro Woche Harley Days für veranstaltet werden.In Bahrenfeld bekommt die A7 endlich ein Deckel,aber durch Wihelmsburg wird eine Autobahn gebaut.Wie passt das alles zusammen? Liebe Grüne für den Preis des mitregierens habt Ihr eure Seele verkauft!!
17. Januar 2010

Kohls_Harburg_1203 schrieb:

Währe nicht böse wenn die Harley Tage einschlafen würden, damit sich "unsere" Politiker um Sachen kümmern die (fast) alle Harburger interessieren! Am besten mal durch Harburg g e h e n !
17. Januar 2010

Immo von Eitzen, FDP schrieb:

Wer sich in den letzten Monaten und Jahren ernsthaft mit den berechtigten Anliegen der lärmgeplagten Bürger beschäftigt hat, dem muß klar sein, daß das Problem für diese weniger darin liegt, wenn es mal "laut" wird, so wie es Harley-Days in Harburg mit sich bringen würden. Was die betroffenen Bürger in Sachen Lebensqualität und oft auch Gesundheit wirklich schädigt, ist eine ständig zunehmende Dauerverlärmung über den ganzen Tag und die ganze Woche.
Wenn sich manche politischen Kräfte in HH bei der Umsetzung der neuen EU-Lärmschutzrichtlinie und bei der Erstellung zielführender und problemorientierter Lärmallokationspläne auch nur ansatzweise so engagieren würden, wie sie gegen V-Twins kämpfen, wäre den geplagten Bürgern bestimmt mehr geholfen.

@MacCallen:
Die Verantalter haben ja schon die Bereitschaft erklärt, ggf. CO2-Zertifikate zu erwerben, wenn es der Sache nützt.
17. Januar 2010

Macallen schrieb:

Ich habe da mal eine Frage an Herrn Preuß: Nehmen wir mal an, der Senat setzt sich mit seiner Meinung zu den Harley-Days durch und verbannt diese Veranstaltung aus Hamburg, dafür findet sich in unmittelbarer Nachbarschaft z.B. in Seevetal eine geeignete Fläche. Was haben Sie dann gewonnen? Der Lärm durch die duch Harburg fahrenden Motorräder ist nicht weniger und die CO2-Emissionen werden nicht durch eine unsichtbare Wand um Hamburg aufgehalten, oder? Aber im Gegenteil, die Einnahmen fallen zusätzlich weg.

Und auch der Kommentar, man wolle sich zukünftig überlegen für Großveranstaltungen eine CO2-Abgabe erheben lässt darauf schließen, dass es in Hamburg bald gar keine Großveranstaltungen geben wird ... denn durch die zusätzlichen Abgaben werden die Kosten für die Gäste noch höher und so bleiben die Gäste dann auch bald aus.

Ein Dombummel ist doch heute schon für viele Familien nicht mehr erschwinglich, bzw. maximal ein Mal. In meiner Jugend sind wir eigentlich jedes Wochenende auf den Dom gefahren, heute kann ich mir das mit meiner Familie nicht mehr erlauben. Und wenn die Schausteller nun die Preise noch weiter erhöhen müssen, weil sie zukünftig eine Umweltabgabe bezahlen müssen, werde ich wohl gar nicht mehr auf den Dom gehen. Dann haben Sie als Grüne gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Deutlich geringere CO2-Emissionen weil keiner mehr zum Dom geht und die Fläche auf dem Heiligengeistplatz kann dann toll neu bebaut werden, denn der Dom findet dann über kurz oder lang ja eh nicht mehr statt.
17. Januar 2010

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